Verschiedene Verhaltensprobleme

Leinenführigkeit ❯ Leinenzug
xsaariix schrieb am 04.09.2020
Mein hund hat leider einige Probleme an denen ich versuche zu arbeiten leider komme ich nicht weiter. Sie ist sehr stur und hört erst beim 2/3 mal und wenn man kräftiger mit ihr redet. Sie bellt andere hunde ständig an und schnappt in die luft vor den anderen hunden. Sie reagiert aggresiv auf schnelle bewegungen. Sie will an der leine nicht weiter laufen und bleibt sitzen oder zieht kräftig.
1 Antwort
Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 08.09.2020
Hallo,
meistens, wenn ich höre, der Hund ist stur erkenne ich nach einiger Zeit, dass der Hundebesitzer nicht stur, sprich konsequent, genug ist. Wenn der Hund erst bei 2-3 Mal "kräftigem Reden" hört, hat er eben gelernt, dass er dann erst hören muss.
Gehen Sie, wenn er nicht weiter geht, einfach so lange weiter, bis die Leine leicht gespannt ist. Drehen Sie ihm den Rücken zu, schauen ihn nicht an und locken auch nicht, lassen die Leine aber gespannt. ER wird irgendwann nachgeben, möglicherweise brauchen Sie etwas Geduld. Er hat sich Ihre Reaktion aber schon verinnerlicht, deswegen werden Sie öfter probieren müssen weil er es immer wieder versucht. Bleiben sie dran.
Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn er einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.

Viel Erfolg..
Ellen Mayer
www.lesloups.de
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