Warum beißt Hund beim Kämmen?

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Andi42799 schrieb am 10.01.2021
Hallo,

mein fast 16 Wochen alter Pudel lässt sich überhaupt nicht kämmen. Es ist jeden Tag ein Kampf, er beißt und schnappt nach mir und der Bürste, er knurrt dabei. Auch mit Leckerli ist es sehr schwer. Als ich ihn mit 9 Wochen bekam, hat er sich das Kämmen gefallen lassen. Er war zwar nicht begeistert, aber es ging. Jetzt ist das Fell entsprechend länger und zotteliger, und wahrscheinlich tut es ihm weh?

Was kann ich tun?

Vielen Dank
3 Antworten
Hallo Andi,

gerade wenn das Fell bei Ihrem Pudel mittlerweile zotteliger ist und vielleicht den ein oder anderen Knoten hat, so dass die Bürste nicht mehr locker hindurchgeht, kann die Fellpflege durchaus unangenehm oder sogar schmerzhaft für Ihren jungen Vierbeiner sein. Es wäre dann eine zwar eindeutig unerwünschte aber durchaus normale Reaktion, wenn Ihr Pudel das durch Schnappen oder evtl. sogar Beißen zeigt.

Durch ein entsprechendes Training ist es möglich, dem Hund beizubringen, bei der Fellpflege weiterhin entspannt zu bleiben. Ich nehme an, dass Sie das durch den Einsatz von Leckerchen bereits versucht haben. Vielleicht könnten Sie mir einmal schreiben, was genau Sie schon ausprobiert haben? Manchmal muss man nur an der ein oder anderen Stellschraube drehen, damit das Training zum gewünschten Ergebnis führt.

Viele Grüße,
Stefanie Ott
www.mensch-und-tier.net
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Andrea M.
schrieb am 14.01.2021
Guten Morgen Frau Dr. Ott, vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Im Moment handhaben wir es so, das ich warte, bis mein Mann von der Arbeit kommt. Dann nimmt er Teddy auf den Schoß, lässt ihn am Leckerchen nuckeln, sodass ich hm die Bauchpartie schon mal kämmen kann, das geht an einigen Stellen ganz gut. Anschließend wird die Rückenpartie bearbeitet. Wir haben Leckerlis ausgesucht, wo man länger dran nuckeln kann, damit es nicht zuviele werden. Besonders schlimm findet er das kämmen an Schwanz und Pfoten. Es ist sehr mühselig, aber es geht. Vielleicht haben sie noch eine andere Idee?
Vielen lieben Dank
Andrea Meth
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Hallo Andrea,

die Herangehensweise, die Sie gerade nutzen, liest sich sehr gut.

Hier vielleicht die ein oder andere Idee:

Leckerchen:
Nutzen Sie das, was Ihr Hund sehr gerne mag. Wenn es mit den Leckerchen, die Sie momentan nutzen, gut klappt und gut zu handhaben ist, dann machen Sie weiter so. Wenn es vom Handling her schwierig ist, nutzen Sie ggf. eine Futtertube, die Sie mit Leberwurst oder Schmierkäse o. ä. füllen können.

Bauch und Rücken:
Fangen Sie an den Stellen mit dem Bürsten an, an denen das bereits gut geht. Dehnen Sie diese Stellen nach und nach aus; das Ziel sollte dabei sein, dass Ihr Hund stehts weiter - ohne zögerlich zu werden oder zu verharren - an den Leckerchen nuckelt. Möglicherweise klappt es mit dem Ausdehnen der Stellen recht gut, möglicherweise geht es manchmal nur in Millimeterschritten. Hier heißt es: dran bleiben jedoch geduldig sein.

Schwanz und Pfoten:
Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
- Ausdehnen des Areals, das Sie bearbeiten können, wie am Bauch und am Rücken, d. h. in Millimeter oder Zentimeter von gut zu bürstenden hin zu weniger gut zu bürstenden Stellen.
- Ausdehnen der Intensität und Dauer des Bürstens, d. h. zunächst wird nur einmal ganz leicht über Schwanz und Pfote gebürstet, dann zweimal ganz leicht, dann dreimal ganz leicht usw. Später wird nach und nach auch der Druck beim Bürsten erhöht. Ziel sollte auch hier sein, dass ihr Vierbeiner sich ununterbrochen mit den Leckerchen beschäftigt.

Irgendwann können Sie, falls Sie möchten, nach und nach auch die Herausforderung anheben, in dem Sie die Leckerchen in kleinen Schritten ausschleichen. Das würde ich, wenn überhaupt, jedoch frühestens nach mehreren Monaten mit problemlosem Training, einmal in Erwägung ziehen.

Viel Erfolg und viele Grüße,
Stefanie Ott
www.mensch-und-tier.net
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