Sehr extremes beißen in Hände, Beine

Welpenerziehung ❯ Beißhemmung
Katharina K. schrieb am 08.09.2023
Hallo, mein Welpe (Australien Shepard) ist 14 Wochen alt und beißt sehr viel und stark in Hände und Beine. Man kann sie eigentlich nur selten streicheln, weil sie immer in die Hände beißt und das auch sehr fest. Wenn ich etwas verbiete, dann dreht sie auf, bellt und versucht nach mir zu schnappen. Ignorieren, wegschieben hilft nicht wirklich. Ansonsten ist sie eigentlich sehr gelehrig, aber diese Attacken und das man sie eigentlich nie entspannt streicheln kann, ist sehr anstrengend und belastend. Auf der einen Seite wirkt die sehr sensibel, ist aber auch sehr mutig und wenig ängstlich. Wie verhalte ich mich am besten. Ich habe Sorge, dass das schlimmer wird. Teilweise versteckt sie sich auch bereits unter der Bank, wenn ich bei solchen Attacken strenger werde oder sie auf ihren Platz schicke. Das gefällt mir gar nicht und ich würde den Problem besser begegnen können.
Danke für die Hilfe.
Katharina
1 Antwort
Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 12.09.2023
Hallo Katharina,
alle Welpen beißen, weil sie noch nichts von der Beißhemmung wissen. Das bringen Eltern und Geschwister den Kleinen bei. Ansonsten müssen wir das übernehmen.
Normalerweise beißen die Kleinen beim Spiel oder wenn sie gestreichelt werden. Am besten zeigt man ihnen, dass das nicht erwünscht ist, indem man laut "AU" ruft und SOFORT kommentarlos mit dem Spiel aufhört, weg geht. JEDESMAL. Wenn das nicht hilft, legen Sie die Hand quer ins Mäulchen des Kleinen und halten sanft Zunge und Unterkiefer fest, bis es ihm unangenehm wird. Sehr wichtig ist, dass Sie es dem Kleinen NIE erlauben, zu beißen, also nicht einmal darf er, das andere Mal nicht.
Sie schreiben, wenn Sie ihr was verbieten, dreht die Kleine auf. Ich gehe davon aus, dass Sie das verbal, evtl. sogar laut, tun. Die Kleine ist noch ein Baby, sie versteht Sie ganz schlicht und einfach nicht. Man sollte Hunde sowieso nie "Streng" erziehen sondern ruhig und souverän. Reden oder gar laut werden hilft da gar nicht weil Hunde unsere Sprache nicht verstehen. Dafür um so mehr die Körpersprache, die in den Momenten dem Hund nur zeigt, dass Ihnen was nicht gefällt. WAS das ist, weiß er nicht, wird unsicher und mit der Zeit ängstlich. Deshalb ist es immer besser, dem Hund zu ZEIGEN, was man von ihm erwartet und was man nicht möchte.
Ein Beispiel: Die Hündin knabbert an etwas rum, was sie nicht sollte. Klatschen Sie kurz in die Hände, wenn sie aufschaut, rufen Sie sie und geben ihr ein Leckerchen. Es ist immer gut, solche Sachen zu trainieren, also immer mal zwischendurch rufen und belohnen.
Genauso können Sie das NEIN trainieren. Sagen Sie immer ein NIMM oder OK, wenn Sie ihr ein Leckerchen geben. Zwischendurch schließen Sie die Hand mit dem Leckerchen und sagen NEIN. Erst, wenn die Kleine aufgibt, geben Sie ihr das OK, das Leckerchen zu nehmen und öffnen die Hand. Je öfter und länger Sie das trainieren, um so schneller wird sie es lernen.

Liebe Grüße
Ellen Mayer
www.lesloups.de
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