Angst

Angst ❯ Vor Menschen
Schnecke+22 schrieb am 13.01.2016
Mit viel Interesse verfolge ich hier die Antworten zu dem Thema mein Hund hat Angst. Wir haben seid bald 4 Monaten eine ca 1 Jährige Mischlingshündin (Dackelmischling). Sie ist aus Ungarn und war anfangs extrem ängstlich. Wir lieben sie sehr und sie hat zu uns sehr schnell vertrauen gefasst. Sie ist sehr schmusig und sehr gelehrig. Zu Hause ist alles prima. Draußen jedoch ist sie immer noch sehr ängstlich. Gehen wir mit ihr in einen park geht alles besser aber andere Wege und Straße ist für sie ein Drama. Morgens (ganz früh) geht es besser aber am Tage wenn das normale Alltagsleben ist und abends ist sie wieder ängstlich und will nicht so gerne raus und laufen. Sie hat besonders vor Menschen Angst. Draußen wie zu Hause. Wir versuchen alles mit Geduld und auch wenn Besuch kommt bitten wir diesen sie nicht zu beachten. In der Regel kommt sie dann von selbst nach einer Weile . Draußen ist es schwieriger, es laufen ja nun mal Menschen welche auch mal in ihre Richtung kommen. Ich habe hier einen Rat gelesen , den Hund stets hinter sich zu führen damit sie sich beschützt fühlt. Ich weiß leider nicht wie das umzusetzen geht. Sie zieht stets an der Leine vorne weg (ich denke vor Aufregung und Ängstlichkeit) Überwiegend zieht sie uns. Wenn ein Hund aus Angst vorwärts zieht weiß ich leider nicht wie ich sie dazu bringen soll das sie hinter uns laufen soll. Auch das stehen bleiben wenn sie voraus läuft und Richtungswechsel ist schwer umsetzbar ohne zwang und zerren. Liegt es daran das es nicht ungehorsam ist sondern eher Unsicherheit und Ängstlichkeit? Wenn ja wie macht man es dann? Wie kann man erreichen das sie nicht wie in Flucht vor rennt? Ich wäre für jeden Ratschlag dankbar. Vielen Dank vorab.
1 Antwort
Hallo, ihre Kleine hat enormen Stress, wenn sie draussen ist. Für die erste Zeit würde ich ihnen empfehlen, erst einmal nur halbwegs ruhige und ihr vertraute Gegenden aufzusuchen. Dort spielen sie viel mit ihr und beginnen Alternativverhalten aufzutrainieren. Z.B. ein Mensch kommt, drehe dich zu mir um, du bekommst etwas tolles (Spiel, Streicheleinheit, Zuwendung, Leckerli). Das trainieren sie so lange, bis die Hündin sich zügig zu ihnen umwendet, sobald jemand kommt. Dann erst steigern sie langsam die Ablenkung. Anfangs werden sie ihre Hündin viel belohnen und bestätigen müssen, sie muß sich langsam herantasten und vor allen Vertrauen in sie gewinnen. Später können sie ohne viel Aufhebens mit ihr unterwegs sein, weil sie gelernt hat, diese Situationen zu bewältigen.Unterstützend wären noch weitere Dinge sinnvoll, wie eventuell ein Adaptilhalsband oder ein Thundershirt. Dazu müßte man sich den Hund jedoch vor Ort ansehen , um zu schauen, was geeignet für sie ist.
Vielleicht können sie sich für die ersten Schritte Hilfe bei einem auf Verhaltensberatung spezialisierten Hundetrainer holen, der sie unterstützt und ihnen noch andere Entspannungsmöglichkeiten zeigen kann.
Adressen finden sie z.B. auf den Seiten des BHV unter http://www.hundeschulen.de/
oder bei der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie - GTVMT unter http://www.gtvmt.de/
Am wichtigsten ist erst einmal viel Geduld und Ruhe ihrerseits, kleine Schritte, den Hund nicht überfordern und Vertrauen aufbauen.

Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick
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