Woher kommt eigentlich der Begriff Arbeitstier? Und wo liegen die Grenzen zwischen Haus- und Nutztier? Viele merken: Auch unsere Hunde lieben es, zu arbeiten. Leckerchen sind zwar toll, aber auch der Kopf will benutzt werden. Dass ein Hund Arbeit findet, ist daher kein Einzelfall.


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In Jahrhunderte langer Co-Existenz hat sich der Hund zu unserem treuesten Wegbegleiter entwickelt und unsere täglichen Aufgaben erleichtert. Über Training und Zucht haben wir ihn geformt – heute kann er uns in vielen verschiedenen Bereichen helfen und lässt uns über unsere Grenzen hinauswachsen. Er ist Haustier und Arbeitstier zugleich. Wer körperliche Einschränkungen hat, freut sich über trittsichere Pfoten von Begleithunden, wer keinen Wecker nutzen möchte, wird morgens wachgekuschelt und wer eine gute Nase braucht, hat einen begeisterten Spürhund an seiner Seite.

Vielfältige Arbeitsbereiche

Nicht nur im Alltag stützen uns Hunde. Auch das Berufsleben ist oftmals durch ihren Einsatz geprägt. Ob bei der Polizei, in Pflegeeinrichtungen oder bei der Jagd – berufstätige Hunde beeindrucken immer wieder.
Speziell die Halter:innen eines Jagdhundes mögen wohl oftmals an dem Arbeitswillen ihres Hundes verzweifeln, doch hat der Schützling einzigartige Fähigkeiten und setzt diese gerne ein. Ein Dackel kann uns längst nicht mehr durch seine kurzen Beinchen täuschen und auch der Labrador ist agiler als wir annehmen: Lauffreude, Abenteuerlust, nur nicht nach Hause wollen stehen an der Tagesordnung. Beim Betreten des Waldes scheint das Heimtier die Expedition Spaziergang regelrecht leiten zu wollen. Das Arbeitstier hat sein Revier betreten und es gibt einiges zu tun. Damit hat unser Vierbeiner gar nicht mal Unrecht. Es klingt fast etwas veraltet, aber abseits von Agility und Mantrailing gibt es in der Land- und Forstwirtschaft auch heute noch Vieles für den Hund zu tun. Allen voran ist der Jagdhund gefragt.

Jagdhund – von Beruf?

Jagdhunde wurden gezüchtet, um dem Menschen bei den verschiedenen Aufgaben der ehemals täglichen Lebensmittelbeschaffung zur Seite zu stehen. Der Vorstehhund zeigt, wo sich Wild versteckt, der Stöberhund schreckt es auf und der Apportierhund bringt die erlegte Beute. Wer einmal einen Jagdhund bei der Arbeit gesehen hat, wird zum Fan. Jagdhunderassen sind nach ihren Talenten auf bestimmte Aufgaben trainiert, manchmal sogar im Umgang mit einer bestimmten Wildart. Nicht zuletzt durch ihren Körperbau und ihre Größe sind die Arbeitstiere regelrechte Künstler auf ihrem Gebiet. Daraus ergeben sich laut dem JGHV (Jagdgebrauchshundverband) in Deutschland über 60 Jagdhunderassen! English Cocker Spaniel zählen beispielsweise zu den Stöberhunden, während Magyar Vizsla zu den Vorstehhunden gehören. Ein hiesiges Beispiel ist der Hannoversche Schweißhund. Er zählt, wie der Name verrät, zu den Schweißhunden und kann hervorragend Fährten lesen. Durch sein dunkelbraunes, gestromtes Fell ist er zudem ein echter Hingucker.

Der Jagdhund darf also häufig noch immer seine Berufung zum Beruf machen: Besteht er die sogenannte Gebrauchshundeprüfung, kann er an der Seite von Jäger:innen seinen Talenten nachgehen.

Sicherheit für´s Arbeitstier

Erlauben wir unserem Hund, mit uns zu arbeiten, sollte Sicherheit an erster Stelle stehen. Neben der Vorsicht der Jäger:innen und der Hunde selbst ist auch Vorsorge wichtig. Denn bei gefährlichen Arbeiten kann es immer auch zu Unfällen kommen. Ein Jagdhund im Einsatz sollte daher versichert sein. Einige Risiken werden zwar über die Jagdhaftpflichtversicherung der Hundeführer:innen abgedeckt, jedoch kann es Lücken im Leistungsumfang geben. Auch eine Ergänzung durch eine Krankenversicherung mit OP-Schutz kann sinnvoll sein. Um das allgemeine Verletzungsrisiko bei „berufstätigen Hunden“ zu senken, kann auch über Schutzkleidung für den Vierbeiner nachgedacht werden. Außerdem lässt sich die Sichtbarkeit des Tieres durch spezielle Ausstattung erhöhen. So können Mensch und Hund sorgenfrei ihrer Arbeit nachgehen.

Foto: © Robert Kubas / Adobe Stock

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