Havaneser wissen ihren besonderen Charme meisterhaft einzusetzen. Kein Wunder, dass der Havaneser schon vor vielen Jahrhunderten bei den edlen Damen für Entzücken sorgte.
Inhaltsverzeichnis:
- Havaneser: Kubanische Wurzeln?
- Das Aussehen des Havanesers: graziler Auftritt
- Großes Herz und wacher Verstand
- Unkomplizierte Haltung und Pflege
- Erziehung des Charmeurs
- Pflege des Havanesers
- Typische Krankheiten beim Havaneser
- Überlegungen zur Anschaffung
- Andere kleine Hunderassen
Havaneser: Kubanische Wurzeln?
Havaneser werden auch als Bichon Havanaise oder Bichon Havaneser bezeichnet und gehören zur Gruppe der Bichons, wozu auch Malteser, Bologneser, Löwchen, Coton de Tuléar, Bichon frisé und Bolonka Zwetna gehören. Ursprünglich stammt der Havaneser aus dem Mittelmeerraum und kam über See in die Karibik.
In den USA wurde der Havaneser daraufhin planmäßig gezüchtet. Nach Europa kam der Havaneser erst in den achtziger Jahren des letzten Jahrtausends. Mittlerweile gehört die Rasse zu den beliebtesten Gesellschaftshunden.
Das Aussehen des Havanesers: graziler Auftritt
Die wuscheligen Zeitgenossen bestechen nicht nur durch ihre mit 21 bis 29 Zentimetern Schultermaß winzige Größe, sondern auch durch ihre unvergleichlichen Knopfaugen, die Intelligenz und Neugier ausstrahlen. Das lange und häufig leicht gelockte Fell der Rasse ist oft von tabakähnlicher Farbe, bietet aber auch eine Vielzahl an anderen Farben und Mustern. Es reicht von verschiedenen Brauntönen bis hin zu edlem Grau, Beige oder sogar gescheckten Varianten. Seine lange, seidige, federartige Rute, die über dem Rücken getragen wird, ist rassetypisch. Das Schnauzenprofil ist weich und freundlich, was seinen Gesamtausdruck harmonisch und einladend macht.
Großes Herz und wacher Verstand
Havaneser besitzen einen besonderen Liebreiz und verzaubern mit ihrem fröhlichen, freundlichen und lebhaften Wesen. Doch ein Havaneser ist kein verzärtelter Schoßhund, sondern eine eigenständige Persönlichkeit mit einem starken und individuellen Charakter. Wenn er seine Zuneigung verschenkt, dann für immer: Seinem Menschen gegenüber ist ein Havaneser nicht nur anhänglich, sondern auch treu ergeben. Der Havaneser steht gerne im Mittelpunkt und folgt Ihnen auf Schritt und Tritt. Für Familien ist er aufgrund seines sanften Gemüts hervorragend geeignet – allerdings sollten Kinder lernen, wie sie mit dem zierlichen Hund achtsam umgehen. Der kleine Hund aus der Karibik besitzt einen ausgesprochen wachen Verstand und macht gern von seinem Köpfchen Gebrauch.
Unkomplizierte Haltung und Pflege
Die Haltung eines Hundes dieser Rasse ist relativ unkompliziert. Havaneser lieben es, dem Menschen zu gefallen und bereiten ihm kaum Scherereien. Auch mit anderen Haustieren und Hunden verträgt sich der Havaneser normalerweise gut. Dank ihrer geringen Größe können sie ihren Menschen überall hin begleiten und finden auch in einer kleinen Stadtwohnung genügend Platz – selbstverständlich dürfen aber regelmäßige Spaziergänge und Ausflüge in die Natur nicht fehlen. Da der Havaneser sich in seiner Familie rundum wohl fühlt, ist er ungerne allein zu Hause und liebt gemeinsame Unternehmungen mit seiner Familie. Doch dabei muss es nicht gleich ein Marathon-Spaziergang sein – er genießt auch die entspannte Runde durch den Stadtpark und tobt sich gerne beim Spielen im Garten aus.
Der kleine Inselhund haart aufgrund der geringen Unterwolle weniger, als sein seidiges Fell auf den ersten Blick vermuten lässt. Trotzdem sollte er ungefähr einmal wöchentlich gründlich gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Zudem ist der kleine Vierbeiner mit seinem dünnen Fell kälteanfälliger als so mancher Artgenosse, weshalb möglicherweise wärmende Hundekleidung sinnvoll sein kann. Um die natürliche Schutzschicht der Haut nicht zu zerstören, sollte ein Hund nur bei extremer Verschmutzung des Fells und keinesfalls öfter als alle 6 Wochen mit mildem Hundeshampoo gebadet werden.
Erziehung des Charmeurs
Die Erziehung des Havanesers erfordert eine Mischung aus Konsequenz und spielerischen Elementen, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Dank seines hohen Will-to-Please ist der Havaneser jedoch leicht zu trainieren und wird schnell die Grundlagen des Gehorsams erlernen. Deswegen ist er ein für Anfänger geeigneter Hund. Vergessen Sie dennoch nicht, dass Konsequenz im Training unerlässlich ist, um Missverständnisse und Verhaltensprobleme zu vermeiden. Das Schwierigste am Training ist es, den Blicken seiner mandelförmigen Augen zu widerstehen. Der pfiffige Hund weiß genau, wie er Sie um den Finger wickelt.
Wird beispielsweise das Alleine bleiben nicht sanft und geduldig trainiert, bringt der Havaneser seinen Frust auch gerne mit Bellen zum Ausdruck. Da der Havaneser durchaus ein paar Charakterzüge eines Hütehundes besitzt, kommen diese bei unzureichender Erziehung und Auslastung zum Vorschein und der Havaneser tanzt Ihnen auf der Nase rum. Der Havaneser benötigt ausreichend geistige Beschäftigung. Er liebt es, wenn sein Mensch mit ihm Intelligenzspiele veranstaltet oder ihm Tricks und Kunststückchen beibringt. Der sensible Havaneser sollte dabei ausschließlich mit positiver Verstärkung trainiert werden – dann erfreut er Sie mit großem Lerneifer.
Dies kann auch durch Hundesportarten wie Agility, DogDancing oder Trickdogging hervorragend unterstützt werden. Diese Aktivitäten sind nicht nur ideal, um den klugen Kopf des Havanesers auszulasten, sondern fördern auch die körperliche Fitness. Indem Sie mit Spiel und Spaß arbeiten, bleibt Ihr Havaneser motiviert und aufmerksam.
Pflege des Havanesers
Der kleine Inselhund haart aufgrund der geringen Unterwolle weniger, als sein seidiges Fell auf den ersten Blick vermuten lässt. Trotzdem sollte er regelmäßig – am besten täglich – gebürstet und gekämmt werden. Zudem ist der kleine Vierbeiner mit seinem dünnen Fell kälteanfälliger als so mancher Artgenosse, weshalb möglicherweise wärmende Hundekleidung sinnvoll sein kann.
Typische Krankheiten beim Havaneser
Wie viele andere Rassen bringt auch der Havaneser gewisse gesundheitliche Risiken mit sich, die bei der Anschaffung beachtet werden sollten.
Die Hämophilie A gehört zu den wichtigsten vererbbaren Gerinnungsstörungen in der Rasse Havaneser, ein Gentest ist verfügbar. Je nach Ausprägung kommt es zu einer leichten bis schweren Blutungsneigung: Plötzlich auftretende Blutergüsse – zum Beispiel nach dem Spielen – oder eine vermehrte Blutung bei Verletzungen oder Injektionen können Hinweise auf die Erkrankung sein. Diese ist leider nicht heilbar und die einzige Behandlungsmöglichkeit sind regelmäßige Plasmatransfusionen. Erfragen Sie deshalb bei der Züchterin oder dem Züchter auf jeden Fall, ob die Erkrankung in der Zuchtlinie bereits aufgetreten ist.
Kleine Hunde wie der Havaneser neigen zur Patellaluxation, dem Herausspringen der Kniescheibe. Sie kann ein- aber auch beidseits auftreten und fällt meistens durch intermittierendes Humpeln mit zeitweisem Laufen auf drei Beinen auf. Mit der Zeit kommt es zu Knorpelschäden und O-Beinigkeit. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Luxation, eine chirurgische Korrektur ist oft notwendig.
Havaneser zeigen eine Prädisposition für Calciumoxalatsteine, eine häufige Art von Harnsteinen bei Hunden. Die Symptome von Harnsteinen können je nach Art und Lokalisation variieren, umfassen jedoch häufig Schwierigkeiten beim Urinieren, Blut im Urin, häufiges Urinieren in kleinen Mengen und Schmerzen im Bauchbereich. In schweren Fällen kann es zu einer vollständigen Blockade der Harnwege kommen, was einen medizinischen Notfall darstellt! Eine chirurgische Entfernung kann notwendig sein. Präventive Maßnahmen wie eine spezielle Diät, eine hohe Wasseraufnahme und regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind entscheidend, um das Wiederauftreten von Calciumoxalatsteinen zu verhindern.
Havaneser haben eine gewisse Prädisposition für die Entwicklung einer Hypothyreose, einer häufigen endokrinen Erkrankung beim Hund, die durch eine unzureichende Produktion von Schilddrüsenhormonen gekennzeichnet ist. Diese Hormone sind entscheidend für den Stoffwechsel und die allgemeine Gesundheit des Hundes. Typische Symptome einer Hypothyreose sind zum Beispiel Gewichtszunahme, Kälteintoleranz und Hautveränderungen. Die Behandlung besteht in der Regel aus einer lebenslangen Hormonersatztherapie. Mit der richtigen Therapie können Hunde mit Hypothyreose ein normales und gesundes Leben führen.
Die atopische Dermatitis ist eine entzündliche und mit Juckreiz einhergehende allergische Hauterkrankung, die mit Antikörpern gegen Umweltallergene assoziiert ist. Es handelt sich dabei um eine multifaktoriell bedingte Krankheit, bei der eine Störung der Hautbarriere eine zentrale Rolle spielt. Schon sehr junge Hunde können erkranken. Das häufigste Symptom ist Juckreiz, der sich als Kratzen, Lecken und Beißen manifestiert und zu Haarverlust und Hautrötung führen kann. Die einzige spezifische Therapie ist die Desensibilisierung, ansonsten zielt die Behandlung der Atopie darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Hundes zu verbessern. Die Therapie ist meistens lebenslang erforderlich.
Überlegungen zur Anschaffung
Die Anschaffung eines Havanesers sollte gut überlegt sein, da sie bis zu 15 Jahre alt werden können. Auch wenn der Havaneser oft als Schoßhund zum Kuscheln gesehen wird, braucht er eine konsequente Erziehung und genügend (geistige) Auslastung. Außerdem benötigen Sie viel Zeit für seine Fellpflege und um ihm genügend Aufmerksamkeit zu geben. Sind Sie bereit, die Verantwortung für sein Wohlbefinden und seine Erziehung zu übernehmen? Wenn Sie ständig unterwegs sind und den Havaneser nicht mitnehmen können, sollten Sie möglicherweise lieber über eine andere Hunderasse nachdenken, da der menschenbezogene Havaneser nicht gerne allein bleibt. Ein Havaneser bereichert das Leben ungemein, wenn Sie sich dieser Verantwortung bewusst sind. Schauen Sie auch mal im Tierheim vorbei, vielleicht wartet dort ein Havaneser auf ein neues Zuhause.
Andere kleine Hunderassen
Es gibt einige süße Vierbeiner, die dem Havaneser ähneln: Der verspielte und freundliche Bichon Frisé hat ebenfalls ein auffälliges Fell und ist für seine Anpassungsfähigkeit und liebevolle Natur bekannt. Mit ihrem langen, seidigen Fell und ihrem freundlichen Wesen sind Malteser ebenfalls sehr beliebt. Sie sind ebenso familienfreundlich und leicht zu trainieren. Die russische Rasse Bolonka Zwetna ist klein, bunt und freundlich. Sie sind Menschen sehr zugetan. Der Coton de Tuléar stammt aus Madagaskar und ist für sein baumwollweiches Fell und fröhliches Wesen bekannt.
Cotons sind sehr sozial und bleiben oft nah bei ihren Menschen. Die lebhaften und intelligenten Yorkshire Terrier sind ebenfalls klein und bieten viel Unterhaltung. Ihr langes, glänzendes Fell ist ein Markenzeichen, erfordert aber konsequente Pflege.
Alle diese Rassen haben ihre eigenen Vorzüge und können eine wunderbare Bereicherung für Ihr Zuhause sein.
Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhaltende sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall eine Tierärztin oder einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.