Emma und Leni haben einen langen Weg hinter sich, von den Straßen Taiwans bis in ihr neues Zuhause in Deutschland. Anknüpfend an die Geschichte der beiden Welpen haben wir uns einen Überblick über die Situation der Hunde in Asien verschafft. In diesem Beitrag der Artikelreihe „Emma und Leni“ beschäftigen wir uns also damit, wie Hunde im asiatischen Raum wahrgenommen werden und wie die Situation für Straßenhunde aussieht.


Inhaltsverzeichnis:


Hunde in Asien: Nutz- oder Haustier?

Wer sich mit dem Leben von Hunden in Asien auseinandersetzt, der findet starke Kritik an dem Tierschutz vieler Regionen. Gerade China steht in den westlichen Medien nicht gut da, wenn es um das Wohl von Hunden und Katzen geht. Mangelnde Tierschutzgesetze und die Rolle von Hunden als Nutztiere (also als Hirten- und Schlittenhunde, aber leider auch als Fleisch- und Felllieferanten) rücken viele asiatische Länder zurecht in ein schlechtes Licht. Doch es lässt sich ein Wandel beobachten, insbesondere in westlich orientierten, asiatischen Metropolen. So werden Hunde und Katzen als Haustiere immer beliebter: In China soll 2019 die Zahl auf fast 100 Millionen gestiegen sein. Auch gelten Hunde inzwischen vielerorts zunehmend als Statussymbol. Insbesondere in Japan, wo Wohnraum knapp und teuer ist, zeigt derjenige Wohlstand, der Platz für einen großen Vierbeiner hat. Der Akita Inu gilt noch immer als Symbol für Wohlergehen und Gesundheit und ist wichtiges japanisches Kulturgut, ebenso wie der Pekinese nicht aus der chinesischen Kulturgeschichte wegzudenken ist. Das Verständnis von Hunden als Familienmitgliedern ist trotzdem noch lange nicht so gefestigt, wie wir es hier in Deutschland gewöhnt sind.

Straßenhunde in Asien

Wer schon einmal in asiatischen Großstädten wie beispielsweise Bangkok oder Taipei unterwegs war, dem werden sicher die Straßenhunde nicht entgangen sein. Auf Bangkoks Straßen sollen ungefähr 640.000 herrenlose Tiere leben und in einigen Ländern wie beispielsweise Kirgistan gibt es sogar eine Entlohnung, wenn man wilde Hunde erlegt. Die Situation ist vielerorts (unter anderem auch in Indien und Russland) zum Verzweifeln, denn Geld für eine Versorgung der Tiere fehlt sowohl den Anwohnern als auch den Tierheimen. So ist es – wie in einigen europäischen Ländern auch – oft üblich, eingefangene Hunde nur für einen kurzen Zeitraum zu beherbergen, bevor sie eingeschläfert werden. Ein Problem, dass unter den Straßenhunden verbreitet ist und auch die Menschen betrifft, ist eine gefährliche Erkrankung: Die Tollwut ist im asiatischen Raum noch immer recht stark vertreten und bedroht die Leben von Anwohnern, Touristen und Haustieren.

Tierschutzmaßnahmen für Hunde in Asien

Um dem Aussetzen von Hunden, die sich dann vermehren und zu noch mehr herrenlosen Vierbeinern führen, entgegenzuwirken, ist in einigen Ländern das Chippen von Haustier-Hunden Pflicht. So können die Besitzer ausgesetzter Hunde leichter ermittelt werden. Auch werden immer mehr Gesetze für das Hundewohl durchgesetzt, sodass beispielsweise Vierbeiner in Tierheimen nicht mehr eingeschläfert werden dürfen oder Hunde- und Katzenfleisch verboten ist. Trotzdem ist die Arbeit zahlreicher Tierschutzorganisationen dringend nötig. Neben ihrem Kampf für mehr Rechte und Schutz für Hunde kümmern sich viele Organisationen selbst um Unterkünfte für Hunde, vermitteln sie an neue Familien – häufig im Ausland – und führen Kastrationen durch, um einer Ausbreitung der Straßenhund-Population entgegenzuwirken.

Hunde in Taiwan

Taiwan ist ein für asiatische Verhältnisse sehr westliches Land und gutes Beispiel für Maßnahmen, die dem Schutz der Hunde in Asien zuspielen. Ein allgemeiner Blick auf die Situation von Hunden in Taiwan macht bereits den massiven Wandel der letzten Jahrzehnte deutlich: Während es Ende des letzten Jahrtausends noch erlaubt war, streunende Hunde abzuschießen und auch der Handel mit ihrem Fleisch erst 1998 verboten wurde, erfreuen sich Haustier-Hunde inzwischen eigener Luxus-Boutiquen und 5-Sterne-Restaurants, in denen Edelfutter für die Vierbeiner serviert wird. Trotzdem wird die Anzahl an Straßenhunden und -katzen noch immer auf rund 500.000 geschätzt. Einige davon sind halb verwildert, andere sind unerwünschte Welpen, wieder andere sind Haustiere, die doch mehr Arbeit gemacht haben, als erwartet und daher ausgesetzt wurden. Einen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: seit Anfang 2017 ist das Einschläfern von Streunern in Tierheimen verboten und staatliche Organisationen kümmern sich um die Kastration herrenloser Hunde. Trotz der kleinen Fortschritte können Tierschutzorganisationen immer jegliche Form der Unterstützung gut gebrauchen. Wenn Sie die Hilfe für Hunde in Asien unterstützen wollen, sollten Sie sich im Vorfeld umfassend informieren, sodass Sie seriöse Tierschutzvereine erkennen.

Foto: © Annatamila/Adobe Stock

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