Können Hunde süchtig werden? Die Antwort ist eindeutig ja. Zwar geht es bei unseren Vierbeinern nicht um Alkohol- oder Nikotinabhängigkeit (diese Suchtmittel sind für sie extrem giftig), allerdings mussten schon viele Halter erleben, wie ihr Hund zu einem echten Balljunkie wurde. Wir haben für Sie herausgefunden, was es mit dem Suchtverhalten bei Hunden auf sich hat, wie Sie es bei Ihrem Liebling erkennen und wie Sie damit umgehen.


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Balljunkie – Stress statt Spielspaß

Wurfspiele sind bei vielen Haltern und ihren Vierbeinern sehr beliebt: Während wir entspannt durch die Landschaft schlendern, bekommen unsere Lieblinge viel Bewegung. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten, so sind beispielsweise Tennisbälle vollkommen ungeeignet. Und eine weitere Komponente spielt eine wichtige Rolle, nämlich das Spielverhalten. Während normalerweise Ihr Hund viel Spaß und Energie beim Spiel zeigt, ist ein Balljunkie regelrecht gestresst und komplett auf den Ball fixiert. Das kann so weit gehen, dass Hunde aggressiv reagieren, wenn ihnen das Objekt der Begierde verweigert wird, oder sie den Spaziergang gar nicht wahrnehmen und genießen können, weil sie die ganze Zeit auf den nächsten Wurf warten. Wenn das Ballspiel nicht mehr Mittel zum Austoben, sondern zu einer Belastung wird, sollten Sie eingreifen, damit der Stress bei Ihrem Liebling reduziert wird.

Wie wird ein Hund zum Balljunkie?

Unsere Vierbeiner haben häufig sehr viel Energie und tanzen aufgeregt vor unserer Nase herum, bis wir sie beschäftigen. Die Unruhe interpretieren wir häufig so, dass sie wohl viel Bewegung brauchen, um richtig ausgelastet zu sein. Damit sie die bekommen, spielen wir Ball und lassen sie weit über die Wiese rennen. Während des Ballspiels wird der Jagdtrieb des Hundes angesprochen und der Körper schüttet positive Botenstoffe wie beispielsweise Adrenalin und Dopamin aus, die berauschend wirken. Diesen Rausch möchte ein Balljunkie immer wieder erleben. Dabei geht es tatsächlich weniger um den Ball an sich, sondern mehr um das Jagen und Erlegen der „Beute“. Das heißt, dass bei zu häufigem Ballspielen der Hund lernt, sich in ständiger Jagdbereitschaft zu befinden und andauernd nach sich bewegenden Objekten (dem fliegenden Ball) Ausschau zu halten. Je ausgeprägter die Sucht ist, umso mehr rückt alles andere in den Hintergrund. Hinzu kommt, dass einige Hunde eine grundlegende Neigung zum Suchtverhalten haben. Beispielsweise sollten Halter:innen von besonders erregbaren Rassen wie Terriern und Hütehunden oder Vierbeinern mit einem nervösen, aufgeregten Charakter das Ballspiel gut kontrollieren oder einfach direkt weglassen.

Mein Hund ist ein Balljunkie – Was tun?

Ball- und Hetzspiele sollten generell sparsam eingesetzt werden und sich mit kognitiv anspruchsvolleren Beschäftigungen abwechseln. So beugen Sie einer Sucht am ehesten vor. Denn ist Ihr Liebling erstmal ein Balljunkie, dann gibt es kein Zurück mehr: Die Sucht lässt sich leider nicht durch selteneres Spielen abgewöhnen. In solchen Fällen sollten Sie Bälle und alles, was sich ähnlich gut werfen lässt, aus dem Umfeld Ihres Hundes entfernen. Generell sind für einen echten Balljunkie jegliche Hetz- und Jagdspiele ein Tabu. Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Vierbeiner nachhaltig gestresst und seine Lebensqualität beeinträchtigt ist, empfehlen wir die Hilfe eines Hundetrainers.

Foto: © solya96/Adobe Stock

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